Vor einiger Zeit fragte mich die Strawberry Company, ob ich Lust hätte einige ihrer Produkte zu testen. Kurze Zeit später kam dann ein (glücklicherweise sehr neutrales – bei mir an der Universität werden die Pakete an einer zentralen Stelle abgegeben) Paket bei mir an.
Ich möchte erst noch ein paar Worte zu der Company selbst verlieren. Auf der Startseite steht:
Die Strawberry Company ist eine junge Firma, die im Jahr 2010 gegründet wurde und Erotikartikel und Accessoires fertigt. Alle Artikel werden in Deutschland in Handarbeit hergestellt und verpackt. In unserem Sortiment finden Sie verschiedenste Fesseln, Augenschals für erotische Fesselspiele und praktische Aufbewahrungsbeutel für Ihr Liebesspielzeug. Wir arbeiten kontinuierlich an neuen Ideen, um unser Angebot für Sie zu erweiteren.
Die Produkte, die ich bekommen habe, sind alle aus der Kategorie “EXTREME Soft”. Den Namen finde ich ziemlich interessant und auch passend – “EXTREME” dafür, dass es sich um Bondageartikel handelt, die ja schon eher in den “dunklen” Bereich der Erotik angesiedelt werden und “soft” einmal dafür, dass die Fesseln aus weichem Stoff bestehen und dadurch eher nach Kuschelsex als nach BDSM aussehen.
Das erste Produkt ist ein Handfesselset. Ich habe dazu auch noch das passende Halsband mit Leine bekommen. Ja, es ist pink. Nein, ich mag pink nicht, aber es gibt mir nette Ideen für demütigende Szenarien mit einem niedlichen kleinen Sub (man stelle sich an dieser Stelle ein sehr breites Lächeln vor).
Um ehrlich zu sein fand ich nicht, dass die Fesseln unglaublich stabil aussehen und Suspension sollte man damit auch lieber nicht versuchen, aber mein höchst wissenschaftlicher Rüttel-Schüttel-Reiß-Test ergab, dass sich die Dinger nicht so leicht kaputt machen lassen wollen. Auch der Klettverschluss machte mich erst skeptisch, aber ich schaffe es tatsächlich nicht, ihn selbst (ohne Zuhilfenahme des Mundes) zu öffnen, wenn meine Hände gefesselt sind. Außerdem kann man durch den Klettverschluss die Größe sehr schön einstellen. Das sollte man übrigens auch machen und zwar sollten die Fesseln so eng wie möglich eingestellt sein. Das ist kein bisschen unangenehm, die Fesseln sind wirklich superkuschelig und angenehm auf der Haut, aber wenn sie zu locker eingestellt sind, komme zumindest ich problemlos wieder heraus. Schön an den Fesseln ist auch, dass sich der Klettverschluss sehr schnell schließen lässt und sie somit nett für kurzfristige (nicht allzu harte) Spiele gut geeignet sind.
Ich kann die Fesseln durchaus empfehlen, allerdings nur bedingt an jemanden, der sich selbst als BDSMler definiert und an “normalem” Sex keinen Spaß mehr hat. Die Produkte der Strawberry Company sind eher etwas für Paare (oder Trios oder was auch immer), die es genießen, ab und zu in andere Bereiche der Erotik abzudriften und viel zu experimentieren. Im Prinzip ist die Philosophie der Company der von Van Erotik sehr ähnlich: Beide wollen der Erotik ihren düsteren Schleier nehmen und Tabuthemen zugänglicher für die “Öffentlichkeit” machen.
Die Fesseln kosten 17,95€ bei der Strawberry Company. Mir persönlich wäre das ein bisschen zu viel, da ich mein qualitativ sehr hochwertiges Lederfesselset (Arm- und Fußfesseln) für um die 40€ gekauft habe, sprich ich habe um die 20€ für die Armfesseln bezahlt. Ob es beinahe ebenso aufwändig ist, Fesseln aus Stoff und Klettverschluss herzustellen wie solche aus Leder, wage ich zu bezweifeln. Dennoch ist der Preis noch in Ordnung.
Das nächste Produkt ist ziemlich interessant:
Es handelt sich um Fesseln, mit denen man die Hände an den Oberschenkeln fixieren kann. Auch hier konnte ich nicht ganz glauben, dass das tatsächlich halten soll. Tut es aber, allerdings kann man die Oberschenkelfesseln nicht an den Oberschenkeln fixieren, sodass sie nicht mehr herunterrutschen. Es ist immer möglich, mit den Händen einfach die Oberschenkel hinunter zu gehen und so die Fesseln auszuziehen. Wenn man die Fesseln allerdings in dem Kontext benutzt, für den sie gedacht sind, sprich beim Sex, dann hat man denke ich anderes im Kopf als die Fesseln nach unten hin auszuziehen. Die Fesseln sind wieder sehr kuschelig und softe Bondagespiele lassen sich gut damit durchführen. Soll es härter werden, sind sie nicht mehr geeignet, denn beispielsweise beim Rape Play wird das “Opfer” auf jeden Fall versuchen, irgendwie aus den Fesseln herauszukommen. Da es aber nicht der Gedanke der Stawberry Company ist, Spielzeug für harte Spiele herzustellen, kann ich sagen, dass die Fesseln ihren Zweck voll und ganz erfüllen.
Die Fesseln kosten 36,90€ bei der Strawberry Company. Ich finde das wieder etwas viel, aber ich kann auch nicht ganz sagen, wie hoch die Produktionskosten sind. Meine Empfehlung an alle, die gern experimentieren, ist auf jeden Fall ausgesprochen.
Was haltet ihr von den Produkten?
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Ich finde die Sachen auf jeden Fall interessant, aber zum Ausprobieren sind sie dann doch etwas teuer, irgendwie hat mir zum Fesseln bisher immer ein Schal oder ähnliches gereicht. Wobei die Idee mit der Oberschenkelfessel echt genial ist ! Das würde ich wirklich gern probieren, aber der Preis…
Hallo Ruben,
sei bitte vorsichtig mit Seidenschals, die ziehen sich gern sehr eng zu, sodass man sie kaum noch aufbekommt. Ich denke aber mal, dass du verantwortungsbewusst genug bist, zur Not zur Schere zu greifen.
mmm…. ich bin wahrscheinlich zu sehr rope-fixiert…. die Fesseln reizen mich gar nicht…. wir haben ein sehr schönes langes schwarzes Bondageseil das ich sehr gern habe, obwohl wir im Moment kaum dazu kommen, es einzusetzen….
So lange der Hersteller oder entsprechende Shops sie nicht in die Kategorie der sicheren Fesseln einstuft ist es ja okay. Anhänger derartiger Produkte wird es sicher geben. Im Bereich des etwas härteren BDSM, oder vor allem auch im Gebiet des Edgeplay, sollte man jedoch lieber auf eine stabile Verarbeitung und Sicherheit achten – sonst kann es ganz schnell gefährlich werden. Oftmals sind gerade die Ringe zur Fixierung nur mit 2 oder etwas mehr Nieten gesichert was ein nicht zu unterschätzender Schwachpunkt ist. Da sind uns selbst 200€ teure, und in Deutschland handgefertigte, Fesselsets (Hand und Fuß) schon bei der ersten extremeren Anwendung um die Ohren geflogen weil die Nieten durchgebrochen sind.Seit dem verwenden wir nur noch welche bei denen der Ring mit 2 Riemen und insgesamt 12 Nieten gesichert ist. Nach solch einer Erfahrung ist man sonst Kopfmäßig einfach nicht mehr bei der Sache weil man stets ein unsicheres Gefühl auf Grund der Qualität und Zuverlässigkeit hat. Man möchte sich gar nicht ausmalen wie gefährlich dies Beispielsweise bei einem Knifeplay werden kann.
Für Anfänger sicherlich interessant. Die Argumentation zu teuer kann ich nicht verstehen. Richtige Fesseln sind um einiges teurer. Allerdings klingen die Unterschenkelfesseln recht interessant und in Kombination mit anderen Fesseln dürfte man sie auch ganz gut an Ort und Stelle halten können
Ich kann das Argument “zu Teuer” auch nicht verstehen.
Ich finde diese Fesseln irgendwie ganz nett, auch wenn ich eher auf Lederfesseln stehe, aber gerade für Leute, wie ich es bin, die zwar auf Fesselspiele stehen aber nicht wirklich auf BDSM, sind diese Fesseln wirklich eine sehr gute Alternative.
Also ich finde vor allem das die sehr bequem aussehen