Das Erste Mal – es gibt weniges, dem so viel Bedeutung zugesprochen wird und das dann doch meist völlig anders ist. Wichtig für das Erste Mal sind eigentlich nur das Gefühl, es wirklich zu wollen, Entspannung, Vertrauen und Erregung.
Ich sammle gerade die Geschichten der Ersten Male einiger meiner Freunde, um eine ganze Bandbreite an dem vorzustellen, was passieren kann. Im Folgenden findet ihr nun die Geschichten, die mir dargeboten wurden.
Ein Erstes Mal in einer etwas unglücklichen Situation:
Gibts eigentlich nicht viel zu erzählen. Es war ne Party von ner Freundin meiner Schwester und weil ich und die kleine Schwester der Freundin noch zu jung waren, mussten wir früh ins Bett und kamen halt ins gleiche Bett. Dann haben wir uns lange unterhalten und sind irgendwann auf dieses Thema zu sprechen gekommen. Sie meinte, ich weiß ja eh nicht, wie das geht und dann habe ich es ihr gezeigt. Irgendwann kamen dann mein Bruder und meine Schwester rein und haben mich gefragt, was ich da mache, weil ich natürlich ganz schnell von ihr runtergegangen bin.
Naja, das war’s eigentlich.
männlich, 20 Jahre
Ein Erstes Mal mit einem sympathischen One-Night-Stand:
Ich hatte mein erstes Mal erst relativ spät. Ich war 20 und hatte gerade das erste Semester meines Studiums hinter mir. Im Jahr zuvor hatte ich einmal eine kurze Erfahrung mit Cunnilingus gehabt, aber das war – abgesehen vom Masturbieren – alles was ich an sexuellen Erfahrungen hatte. Während des ersten Semesters hatte ich erstmals echtes Interesse an Männern entwickelt und recht viel geflirtet, wollte aber keine feste Beziehung.
An jenem Tag im Januar war ich vor allem sauer auf einen Mann gewesen, der seit Wochen gemischte Signale gesandt hatte und mich gerade versetzt hatte. Ich war an dem Abend allein auf die Wohnheimparty meines Wohnheims gegangen.
Ich trank zwar ein Glas Orangenwodka, war aber zu der Zeit recht trinkfest (nur ein paar Wochen zuvor 2 Liter Glühwein an einem Abend ohne Nach- oder Nebenwirkungen!), sodass man mich an diesem Abend als weitgehend nüchtern bezeichnen konnte. Ich tanzte und nachdem ich es aufgegeben hatte, D. zu finden, der mir aus dem Weg ging, entwickelte ich auch richtig gute Laune.
Irgendwann fiel mir J. auf, der auch tanzte und sehr nett, aber auch schon etwas angetrunken wirkte. Wir kamen irgendwie ins Gespräch und tanzten kurz zusammen, saßen aber bald nebeneinander auf einer Couch und unterhielten uns. Relativ schnell waren wir am Knutschen und weil es bei der Party keine ruhige Ecke gab, lud ich ihn auf mein Zimmer ein. Während er seine Jacke holte, weil ihm klar wurde, dass er über Nacht bei mir bleiben würde, holte ich seinen Ausweis aus seinem Portemonnaie und schaute mir seinen Namen und die Adresse an. Warum ich das tat, weiß ich nicht mehr wirklich.
Wenig später lagen wir nackt nebeneinander in meinem Bett. Wir redeten kurz über Verhütung – ich war grad in einer unfruchtbaren Phase meines Zyklus, er zeigte mir den Blutspenderausweis und dann beschlossen wir auf Kondome zu verzichten.
Ich war ziemlich nervös und irgendwie zu wenig erregt, so dass wir an dem Abend nur kuschelten. Nach dem Aufwachen streichelte er mich aber recht ausgiebig, sodass ich sehr schnell wirklich Lust hatte und wir dann doch “richtigen” Sex hatten. Es tat ein bisschen weh, aber er war sehr vorsichtig und rücksichtsvoll mit mir und auch wenn ich keinen Orgasmus hatte, fühlte ich mich sehr wohl.
Er ist relativ zeitig gegangen, er meinte, er wäre zum Frühstück verabredet. Ich habe ihn danach nie wieder gesehen. Ich habe ihm nochmal einen Brief geschrieben und habe ihn gefragt, ob er mich vielleicht in die Welt des Sex richtig einführen könnte. Er schrieb zurück und entschuldigte sich, weil er bei seiner Freundin bleiben wollte, auch wenn er die Erfahrung mit mir nicht bereute. Die Unterhose, die er bei mir vergessen hat, habe ich immer noch und danach habe ich eigentlich immer Kondome verwendet, wenn ich OneNightStands hatte – 10 Tage Angst vor Schwangerschaft waren da echt genug, meine nächste Periode verschob sich nämlich nach hinten.weiblich, 25 Jahre
Und nun kommt mein absoluter Favorit bisher:
Es war die Zeit, als ich noch zur Schule fuhr. Mit dem Fahrrad versteht sich, denn 18 war noch ein mystisches Alter und lag in der Zukunft. Wenn auch nur ein Jahr. Der Weg mit dem Fahrrad kostete mich täglich ca. eineinhalb Stunden Lebenszeit und brachte mir viele tolle Gedanken, die ich auf den ersten Kilometern immer mit einem Freund, der in die gleiche Richtung fuhr, teilen konnte. Einer dieser Gedanken war: Jenny! (Die ist sooo toll.) Ein anderer: Ein erstes Mal bloß nicht mit zwei Unerfahrenen, dass kann nur in die Hose gehen. (Der geneigte Leser behalte diesen Satz im Gedächtnis) Ich war definitiv unerfahren und Jenny konnte ich das auch unterstellen. Also ein ernsthaftes Problem in meiner Weltanschauung. Ein ‘no-go’ mit der notwendigen Tragik eine Beziehung in Frage zu stellen, die zu diesem Zeitpunkt nicht mal so richtig existierte. Dabei war es doch bis dato schon ein wirklich schönes Märchen gewesen. Schließlich hatte Jenny und mich wörtlich der Blitz getroffen (Und wer es nicht glaubt soll die Bild-Zeitung vom 29. April 1994 auf Seite 3 aufschlagen. Unter der Headline „Dieses Pärchen hat es auf der Bank erlebt“ ging es um das erste elektrifizierende Mal). Ehrlicherweise muss ich sagen, dass der Bild-Zeitungsartikel was die Wahrheitstreue angeht, nicht unbedingt als vorbildlich zu bezeichnen ist. Eine Bank war nicht ansatzweise in der Nähe. Wir standen nebeneinander in der Eingangstüre, als uns der Blitz traf. (Anmerk.: eine exzellente Art zu sterben, wer akuten Bedarf hat) Seit diesem Zeitpunkt bestand fraglos schon der vorsehunghalber ein Grund mit ihr zusammen zu kommen. Es sei angemerkt, dass ich mit ihr gar nicht im Türrahmen gestanden hätte, wenn ich sie nicht schon davor total süß gefunden hätte. Sie war zwei Jahrgänge unter mir und in der Schülervertretung. Handballerin, nicht so zierlich, mit einer wundervolle Lache und natürlich wunderhübsch, wie sollte es anders sein. Unschuldig und ein blonder Engel. Meine ganze Aufmerksamkeit, wenn ich unter Vorwand, in der Pause mal wieder den Weg in die Räume der Schülervertretung gefunden hatte, galt ihr. Und deshalb war ich an diesem verhängnisvollen Tag, mal wieder mit dem Fahrrad und einem Freund als Anstandswauwau, zu ihr gefahren. Um vom Blitz erschlagen zu werden. Im nach hinein sollte ich vermutlich dankbar sein, denn wenn sie der Blitz nicht von meinen Qualitäten überzeugt hat, dann zumindest der unendlich langweilige folgende Krankenhausaufenthalt, den wir wenigstens gemeinsam auf der Intensivstation verbringen durften.
Nach wunderbaren, verliebten, intensiven und von viel hin und her geprägten ersten Wochen einer ersten richtigen Beziehung, stand ich dann wieder vor dem Problem mit den zwei Unerfahrenen und dem ersten Mal. Meine Einstellung hatte sich nicht deutlich verändert und dieser Gedanke kreiste und verbreitete dabei nicht unbedingt Zuversicht, dafür aber ‘mieses Karma’.
Die klassischen drei Monate näherten sich dem Ende, knutschen und fummeln waren gefühlt ausgereizt. Jenny war toll. Unkompliziert. Vom jetzigen Standpunkt vielleicht aber auch nur unsicher. Eine wirkliche Verabredung über das erste Mal hat aus der Erinnerung nicht stattgefunden (wenn Jenny das lesen sollte und inhaltliche Veränderungen vornehmen möchte, bitte!).
Mein Zimmer hatte sich unterdessen in die maximale Entfernung zum elterlichen Schlafzimmer im Haus verlegt. Das wir zusammen übernachten durften war völlig unproblematisch und wurde von unseren Eltern toleriert. Vielleicht fehlte aber auch nur das nötige Interesse. Wenigstens hatte sie ihr Vater mal wieder vorbei gebracht und Jenny war da.
Irgendwann war es dann im Spätsommer soweit, dass sie in meinem Zimmer auf einem provisorischen Bett (weniger Romantik geht nur im Krankenhaus) aus mehreren übereinander gestapelten Matratzen vor mir lag. In all ihrer unschuldigen Schönheit. Nackt. Lecken durfte ich sie schon. Das war auch für mich immer sehr erregend. Jenny schmeckte gut ich konnte ihre Erregung spüren und mochte das Gefühl sie zu erregen, zu merken wie sie feucht wurde. Sie war nie wirklich laut, was sicherlich auch den Zimmern bei den Eltern geschuldet war. Was aber nicht heißen soll, dass sie lautlos war. Ganz im Gegenteil. Der schnellere heftige Atem und leises stöhnen erregten mich und bis heute (auch wenn sie in der Theater-AG war) glaube ich, dass sie auch den ein oder anderen Orgasmus gehabt hat. Auch wenn wir aus heutiger Sicht viel zu wenig geredet haben. Was ganz bestimmt auch an meiner Unsicherheit lag. So aufgeklärt, wie ich gerne daher gekommen bin, hatte ich nicht den Mumm in den Knochen das ein oder andere anzusprechen. Dafür, muss ich sagen, lief vieles unausgesprochen gut. Den Eindruck hatte ich zumindest immer, ich hoffe sie auch?! So war es dann auch okay, dass ich diese mal nach dem ich sie geleckt hatte ein Kondom nahm. Nicht mal ganz aus meiner Hose raus hatte ich die Anfängerschwierigkeiten die man mit einem Kondom so hat. Hatte ich bereits erwähnt, dass ich mächtig erregt war. Nein, dann tue ich das hiermit. Der Oralverkehr, die nackte Jenny und der psychologische Moment eines bevorstehenden ersten Mals taten das Übrige. So unendlich erregt durfte ich zwischen ihre Beine. Ihr Einverständnis mit ihr schlafen zu dürfen in sie eindringen zu dürfen. Mich mit ihr endlich richtig zu vereinigen. Dem Verlangen nachzugeben. Einen Schritt in eine andere Welt zu tun. Mitreden zu können. Erwachsen zu werden. Und dann… War es vorbei bevor es begonnen hatte. Mir ging einer ab, aber so was von! Allerdings bevor ich wirklich in sie eindringen konnte – die leichte Berührung ihrer Schamlippen hatte gereicht um mich zum explodieren zu bringen!
Wahrscheinlich überflüssigerweise berichtete ich Jenny von dem Malheur. Ich bin mir sicher, dass sie aber auch in meinem Gesicht lesen konnte was passiert war. Und das ich kein total gestörtes Sexualleben habe, habe ich sicherlich ihrer Reaktion zu verdanken. Sie war unheimlich verständnisvoll. Nahm mich in den Arm und kuschelte einfach ein bisschen mit mir. Um mich dann wenig später so zu erregen, dass ich wieder in der Lage war in die Schlacht ziehen zu können. Allerdings verzichteten wir beim erneuten Versuch auf ein Kondom (habe seitdem eine schlechte Sozialisierung was das betrifft – Asche auf mein Haupt) Die Hose hatte ich mittlerweile auch aus und die Situation war deutlich entspannter. Es war schief gelaufen und nicht schlimm. Und so war das erste Mal gar kein richtiges erstes Mal (Jetzt nicht neidisch werden, es gelingt mir nur in extrem Situationen zwei mal hintereinander zu kommen – meistens find ich das anstrengend, vielleicht ligt das aber auch am mittlerweile fortgeschrittenen Alter:) Dafür war es aber sehr schön. Und dank fehlendem Kondom auch ein sehr intensives Gefühlserlebnis. Ich hatte das Gefühl, dass Jenny auch in der Stimmung und soweit war. So richtig lange hat es sicherlich nicht gedauert, bis ich diesmal in ihr kam, da es schon gefühlt recht kurz war. Ich glaube nicht, dass sie zu einem Orgasmus gekommen ist. Limitierender Faktor dürfte ich dabei gewesen sein und bestimmt auch die Unerfahrenheit. Ich glaube aber, das es für sie schön gewesen ist. Wir haben in der Nacht noch ein weiteres Mal mit einander geschlafen. Ich hatte den Eindruck, dass wir beide Lust daran gefunden hatten. Wie beim ersten Mal haben wir auch danach oft extrem langsam miteinander geschlafen was am Anfang absolut toll war, da alle Gefühle noch neu und unbekannt waren. (Ein richtig schneller Ficker – es soll Leser geben, die dieses Wort unästhetisch finden, der Autor bittet um Entschuldigung – bin ich auch nie geworden.)
Nach dem ersten Mal hat sie mir gegenüber keine Schmerzen erwähnt. Es hat auch nicht geblutet, ein Jungfernhäutchen habe ich nicht gespürt. (Das war aber nach einem recht schmerzhaften Fahrradunfall, wie sie mir berichtet, nicht mehr intakt)
Sex hatten wir noch häufig und eine ganze Zeit lang, bis ich beim Fahrradfahren auf den Gedanken kam, dass das Leben noch andere tolle Sachen zu bieten hat. Also haben wir nicht geheiratet und was soll ich sagen, auch heute gibt es noch Tage an denen ich es bereue! Aber so ist das vermutlich immer mit der ersten großen Liebe!männlich, 33 Jahre
Nicht immer ist man glücklich mit der Entscheidung, nun sein Erstes Mal zu haben:
Mein erstes Mal war sinnlos. Ich hatte G. im Internet kennengelernt, das Gesprächsthema kam ziemlich schnell auf Sex, ich erzählte wahrheitsgemäß, dass ich noch Jungfrau war. Ich war 17, er 27 und er argumentierte, dass ich das doch mit jemand Erfahrenem erleben sollte, bevor irgendwas schiefläuft. Ich fand ihn nicht unattraktiv und konnte noch nie gut nein sagen, also bin ich irgendwann zu ihm gefahren.Wir haben rumgefummelt, und sind dann schnell zur Sache gekommen. Es war nicht wirklich gut, und mein erstes Mal kann man mit den Worten: “Nein, warte, doch nicht…” -”Oh, zu spät” (schon drin) zusammenfassen.Danach habe ich abgebrochen.Ich habe es im Nachhinein bereut, spätestens, als ich einen Monat später jemand kennengelernt habe, mit dem ich eine sehr schöne, lange Beziehung hatte.weiblich, 21 Jahre



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