Stöhnen, Schreien, Weinen – Geräusche bei Sex & Co.

Ich hatte heute ziemlich gemütlichen Analsex in der Löffelchenstellung. Beim Analsex bin ich generell eher stiller als beim normalen Sex, aber diesmal gab ich wirklich gar nichts von mir, abgesehen von gelegentlichem wohligen Ausatmen, wenn ein leichtes Kribbeln meinen Körper durchzog. Als wir dann die Stellung wechselten und ich seinen Penis unangenehmer, aber auch intensiver spürte, wurde ich doch lauter, was ihn sehr erregte, was mir wiederum gefiel.

Im Nachhinein lässt mich das über Geräusche beim Sex oder auch BDSM nachdenken. Im Prinzip gibt es da kaum einen Unterschied. Auf meiner ersten Playparty war ich ziemlich irritiert davon, dass eine Freundin von mir, die im Nebenzimmer bespielt wurde, ziemlich schnell ziemlich laut wurde. Sie meinte später, sie habe irgendwann bemerkt, dass ihr Top diese Geräusche von ihr liebe.

Als mein Partner mich irgendwann mal filmte, während er mich peitschte und ich mir hinterher das Video ansah, bemerkte ich, dass ich gelegentliches Zucken ziemlich langweilig finde. Viel schöner ist ein sich Winden, kleine Schreie, Keuchen. Als Sadistin genieße ich die Reaktion auf die Schmerzen, die ich zufüge. Als Masochistin zeige ich viel zu wenig, wie sehr es mir gefällt, es sei denn, der Schmerz ist außergewöhnlich oder besonders stark.

Reaktion zeigen!

Eigentlich ist das sehr schade. Warum sollte dem Partner nicht durch Geräusche, Gestik und Mimik gezeigt werden, wie gut er “seinen Job” macht? Ich möchte schließlich auch Feedback bekommen, wenn ich etwas mache.

Wenn ich Klammern auf die Brustwarzen aufgesetzt bekomme – zum Beispiel die fiesen Schmetterlingsklammern, die sich zuziehen, wenn an der Kette, die sie verbindet, gezogen wird -, dann wimmere ich die ganze Zeit leise vor mich hin und irgendwo gefällt mir selbst mein Wimmern. Wenn mein Partner sich beim Sex genau so bewegt, wie ich es mag, stöhne ich. Warum kann ich dann nicht bei “alltäglichem” BDSM oder eben bei Analsex Geräusche von mir geben? Warum geben generell so wenig Frauen und bestimmt auch Männer, nur hört man es über Frauen häufiger, Feedback, sei es durch körperliche Reaktionen oder auch ganz einfach durch Worte? So macht es doch beiden viel mehr Spaß!

Hartes BDSM

Zuletzt möchte ich noch auf den Punkt “weinen” zu sprechen kommen. Weinen ist schließlich doch eine ziemlich heftige Reaktion. Ich hatte einmal einen zehnminütigen Orgasmus, bei dem ich einfach nur noch fertig war und meinen Körper nicht mehr verstanden habe. Da und sonst bei sehr intensiven Orgasmen ist es so, dass mir einfach die Tränen kommen. Bei Fetlife gibt es den Fetish “Crying does not mean you have to stop”. Bei mir bedeuten Tränen manchmal einfach, dass mich die Gefühle überwältigen, dass so viele Empfindungen auf mich einstürzen, dass ich einfach nur noch loslasse. Das sieht vielleicht beängstigend aus, ist für mich aber wunderschön.

Wenn die Schmerzen, die ich ertrage, mich an meine körperlichen Grenzen bringen, weine ich ebenfalls. Es hilft wahrscheinlich dabei, es zu ertragen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie mein Partner zu den Tränen steht; die nach einem guten Orgasmus gefallen ihm auf jeden Fall, aber wie es mit Schmerzenstränen aussieht – keine Ahnung. Meiner sadistischen Seite gefallen sie – allerdings nur bei Frauen. Außerdem dürfen die Tränen nicht kommen, weil einfach alles zu viel wird und absolut nicht mehr aushaltbar ist. In diesen Situationen ist es manchmal sehr schwer, ein Safeword auszusprechen und der oder die Top muss sehr einfühlsam sein und bemerken, wann die Tränen Erschöpfung bedeuten und wann sie zeigen, dass die Person wirklich am Ende ist und die Session beendet werden muss.

Alles in allem ist BDSM auch dann nicht grausam, wenn Sub weint, solange bei Sub noch alles in Ordnung ist – irgendwie. Wenn das nicht mehr der Fall ist und Top dennoch weiter macht, ist das für mich Realsadismus. BDSM bedeutet nicht zu versuchen, einen Menschen zu brechen, sondern ihn an und über seine Grenzen hinweg zu führen. Ist letzteres der Fall, können selbst Tränen von beiden Parts genossen werden.

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Comments

  1. Yice says:

    *nickt*. Das mit den Tränen ist mir selber schonmal passiert. Bisher hab ich sie nie verstanden aber wenn das bei anderen auch so ist, dann köntne es durchaus davon gekommen sein, denn mir gings da nicht wirklich schlecht. Ich war viel eher einen Emotionscocktail aus gefühlen ausgesetzt.

  2. LilaKatze says:

    *unterschreib*

  3. 10 minütiger Orgasmus?
    ich mache was falsch…*kopfschüttel*
    Sollte vielleicht doch mal mehr mit den Schmerzen herum probieren :)

    • Samya says:

      Probier’s aus :) . Wenn du nen tollen Partner hast, kann nichts passieren außer dass du merkst, dass es nichts für dich ist. Als mir das passiert ist, hatte ich gerade das dritte (?) BDSM-lastige Erlebnis hinter mir. Drei Stunden, in denen sich mein Partner sehr vorsichtig und dennoch nicht zu vorsichtig an mich herangetastet hat. Es war alles so neu für mich und so wahnsinnig erregend, dass ich regelrecht nass war. Tja, und dann hatten wir Sex. Und ich einen Orgasmus. Und der hörte nicht auf. Ich bin fast daran verzweifelt^^. Bisher habe ich das nie wieder erreicht, ich vermute, dass es damit zu tun hatte, dass eben alles so intensiv war. Vielleicht muss ich aber auch nur wieder ein langes, bahnbrechendes, grenzerweiterndes Erlebnis haben, um wieder so einen Orgasmus zu bekommen.

  4. Luna says:

    Ich weiß, dass es meinem Partner sehr gefällt, wenn ich beim Sex oder beim Spielen Geräusche von mir gebe, je mehr und lauter desto besser ;)
    Ich finde es auch schön wenn er stöhnt, vor allem beim Orgasmus. Irgendwie habe ich dann mehr das Gefühl, dass es ihm Spaß macht und ihn befriedigt…
    In Tränen ausgebrochen bin ich bisher zwei mal, beides weil die Schmerzen einfach zu stark waren (oder einfach da waren, ich bin nämlich nicht maso).
    Er war dann erst ein bisschen schockiert, ist dann aber sehr gut damit umgegangen indem er das Spiel nicht unterbrochen hat, sondern auf andere Art und Weise weitergeführt hat.

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