Auf der Suche nach guten Filmen mit BDSM-Bezug stieß ich gestern auf “Mango Kiss”. Der Film handelt von einem lesbischen Pärchen, das in die BDSM-Szene San Franciscos eintaucht.
Alles beginnt damit, dass Lou ihrer Freundin Sassafras ihre Liebe gesteht. Ist diese zuerst etwas skeptisch, baut sich doch schon bald eine liebliche Daddy/girl-Beziehung auf. Die beiden machen aus, dass Lou nur eine “kleine Prinzessin”, Sass nur einen “Kapitän” haben darf. Für alles weitere ist die Beziehung offen und so lernt Sass die masochistsche Micky kennen und Lou wünscht sich von der tagsüber als Gemüseladenbesitzerin, nachts als Domina arbeitenden Chelsea dominiert zu werden. So ganz ungetrübt ist die Freude der beiden allerdings nicht. Lou ist es nicht ganz recht, dass Sass mit Micky ihre sadistische Seite ausprobiert und Sass ist eifersüchtig auf eine weitere Freundin der beiden, die mit ihrer Ehefrau nicht mehr glücklich ist und Interesse an Lou zeigt.
Als Lou für Sass eine Geburtstagsfeier organisiert und Chelsea meint, die Party brauche mehr Stimmung, schlägt sie ein Flaschendrehen vor. Statt “Truth or Dare” spielt die Runde allerdings “Hit or Kiss”. Das Spiel findet ein abruptes Ende, als die Flasche auf Lou zeigt und diese sich weigert, Micky zu küssen.
Sass und Lou treffen sich am nächsten Tag, um die Situation zu besprechen, dabei gesteht Lou, die Nacht mit einer anderen verbracht zu haben. Nach einigen Irrungen und Wirrungen finden die beiden allerdings zueinander zurück und beschließen, dass die Polygamie wohl doch nichts für sie ist. Micky wird Chelseas neue Sub und das sich auseinander gelebte Ehepaar findet wieder zueinander zurück.
Ich habe den Film einfach nur genossen. Sowohl die Freundschaft als auch später die Liebesbeziehung zwischen Lou und Sass ist herzergreifend erfrischend. Sass ist eine niedliche kleine alberne Prinzessin und die älter wirkende Lou ist viel sensibler als sie zugeben mag. Die Handlung entwickelt sich rasend schnell; es kam mir überhaupt nicht vor wie anderthalb Stunden.
Hauptsächlich ist der Film ein Liebesfilm und ein bisschen auch eine Komödie. Es gibt ein paar Sexszenen zwischen Lou und Sass und Micky wird auch einmal verhauen, allerdings macht das herzallerliebste Kapitän/Prinzessin-Rollenspiel den größten Teil der sexuellen Stellen im Film aus. Keine Masturbationsvorlage also – aber ich kann den Film dennoch zu 100% empfehlen. Ich liebe ihn einfach, ich weiß gar nicht, wie ich meine Begeisterung in Worte fassen soll. Am besten passt noch der Begriff “niedlich”, jedoch ist der gerade in der BDSM-Szene doch eher negativ konnotiert. Dennoch: Gerade die Stelle, in der Micky möchte, dass Sass sie schlägt, ist einfach niedlich. Sass haut einmal zu, fragt aber sofort nach, ob das gerade weh getan hat. Auch als Sass Lou dazu überredet, zu dritt mit Micky zu spielen, fragt Sass Micky ständig, ob ihr etwas zu weit geht. In der Realität würde mich so etwas furchtbar nerven, im Film finde ich es einfach nur sympathisch und eben niedlich.
Ich möchte diese kleine Rezension mit ein paar tollen Zitaten aus dem Film abschließen.
“Polygamie is like communist Russia. In theory it’s great. In practise, it’s kinda messy.” (Sass’ Mutter zu Sass)
“This whole fuckin’ ‘I’m so afraid you’re gonna do this thing I told you to do.’ It’s boring.” (Micky zu Sass)
“This familiy has begun to be more complicated than greek mythology.” (Lou)




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