BDSM, den ich von der Härte her nicht einschätzen kann, sorry. Nicht-BDSMler mögen mir einen Hinweis geben.
Wenn befreundete BDSMler von den Endorphinstößen schwärmten, die sie vom Cutting, Cell Popping oder Nadeln hatten, hörte ich bisher immer nur ein wenig neidisch zu und wusste nichts beizutragen. Sie erzählten, dass sie gar keinen Schmerz mehr verspürten, sondern nur noch wohlige Erregung… aber jedes Mal, wenn mein Partner mich nadelte, mit dieser furchtbaren glühenden Nadel auf mich zukam oder mir mit einer Nadel etwas in die Haut einritzte, verspürte ich dabei nichts als puren, in keiner Weise erotischen Schmerz. Gut, die ganze Umgebung ist nun auch alles andere als erotisch gewesen, da wir die Techniken bisher nur ausprobiert haben und daher das Drumherum eher vernachlässigten.
Ich weiß nicht, ob ich einfach vieles, was meine Haut verletzt, vom Schmerz her nicht mag oder ob ich mich zu sehr darauf fixiert habe, unbedingt einen Endorphinstoß haben zu wollen. Vielleicht wird das auch noch irgendwann mal was… Aber nun habe ich doch das Fliegen gelernt. Es war – atemberaubend.
Alles begann damit, dass ich bei meinem Partner übernachtete. Wir lagen nebeneinander im großen Bett im Keller und wollten noch nicht schlafen. Mit seinem ihm eigenen fiesen Grinsen wandte er sich zu mir. “Sag mal, du hast mich doch neulich herausgefordert…?” Siedend heiß fiel mir ein, dass ich wieder sehr unvorsichtig gewesen bin und ihm von einer meiner extremeren Phantasien erzählt hatte: Dem von mir so genannten Safeword-Play: Spielen bis zum Safeword. Aushalten, bis es absolut nicht mehr geht. Bis das Wort zum Abbrechen genannt wird. Bis kurz vor den Absturz gebracht werden. Spielen am Abgrund. “Ja, Nein, bitte nicht jetzt!”, bat ich, aber in meinem Kopf ging sofort das Kino an. Körperlich hätte ich ein solches Spiel in dem Moment nicht haben wollen, aber die Erwähnung reichte, um mich mental aufs Spielen vorzubereiten.
Er zog mich zu sich, legte mich auf den Bauch und ließ mich eine bequeme Position auf dem Bett finden, sodass nichts drückte oder piekste. Nackt war ich bis auf mein Halsband ohnehin – und voller Lust, voller Begehren, voller Sehnsucht nach dem Schmerz, der mich so erregte. Seine Schläge hatten genau die richtige Stärke. Nicht zu viel und nicht zu wenig, ohne Pause, immer wieder, auf jede Stelle. Und jedes Mal breitete sich nach einem Schlag dieses wunderbare Kribbeln in mir aus, das sich anstaute, mich erfüllte. Ich weiß nicht, ob er die Intensität der Schläge steigerte – wahrscheinlich schon, wie das so seine Art ist – aber es war mir auch egal. Mir war alles egal. Die Schläge, der kurze breite Schmerz, das Kribbeln… Ich stöhnte leise und wand mich auf dem Bett, verlangte nach mehr, mehr, mehr. Es war kein Schmerz mehr, es war nur noch dieses Kribbeln und die Erregung und ein Gefühl wie kurz vor oder nach einem Orgasmus. Die Stellen, die er noch nicht getroffen hatte, streckte ich ihm entgegen, bis jeder einzelne Fleck erfüllt war, erfüllt von diesem unbeschreiblich erregenden Gefühl. Ich glaubte, es nicht mehr lange aushalten zu können, es war so wahnsinnig intensiv, dass ich mir auf die Lippe beißen musste, um nicht aufzuschreien oder in Tränen auszubrechen.
Er bemerkte, was in mir vorging und gönnte mir eine Pause, streichelte mich, sodass ich etwas herunterkommen konnte und holte dann den dünnen Rohrstock. Ich bekam Angst, glaubte, dieses wunderbare Gefühl könne durch den fiesen, spitzen Schmerz des Rohrstocks zerstört werden, bemerkte aber, dass das Gegenteil der Fall war. Erst schlug er relativ sanft zu und ich konnte mich ganz fallen lassen in die Wogen des Schmerzes, in dieses Post-Orgasmus-Gefühl. Dann wurde er härter. “Es gefällt mir so sehr, fast so hart wie ich kann zuzuschlagen.”, bemerkte er wie beiläufig. Dieser alte Sadist! Ich wollte protestieren, wollte um nettes SM bitten, wollte Wunschzettelsub sein – da überwältigten mich die Gefühle, der Schmerz vermischte sich mit der Lust, erhöhte sie, ließ mich zucken, verkrampfen, entspannen, stöhnen, nach Luft schnappen und zittern. Ich hatte einen Schmerzorgasmus, flog, war im Subspace, wie auch immer man es ausdrücken wollte, es war mir völlig egal, ich war einfach nur glücklich, fühlte mich als wären alle Glückshormone gleichzeitig ausgeschüttet worden. Es war ein wunderbares Gefühl, vergleichbar mit dem eines tatsächlichen vaginalen Orgasmus.
Samya hatte das Fliegen gelernt.
Aber wer Fliegen will, sollte sicher stehen können. Ich hatte mich wunderbar entspannen können, war in der richtigen Stimmung gewesen, es ist warm genug gewesen (für mich temperaturempfindliches Ding sehr wichtig), ich war in einer bequemen Position. Eine Anleitung fürs Fliegen lernen kann ich leider nicht geben, aber ich kann hoffen, euch mit meiner Erzählung anzuspornen, es einfach mal zu versuchen. Ob es nun Nadeln, Messer, Fingernägelkratzer oder Schläge sind, die einen kicken – ich glaube, dass jeder etwas für sich finden kann, wenn er sich nur darauf einlassen möchte.
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Das klingt toll…
*total neidisch* Ich hab schon so oft davon gehört. Das muss wirklich überwältigend sein. Ich glaube auch schon ansätze davon zu kennen.
Dir alles gute! Streck deine neu gewonnen Flügel aus flieg los.
Finde auch, dass das toll klingt – Fliegen ist super
Und auch nach dem zweiten Mal lesen: es klingt einfach *wow*.
Nun, die Sache mit Devot und Dominanz besteht ja nicht nur aus Schmerzen ! Es gibt verschiedene Seiten.
Als erstes solltest du vielleicht heraus finden was dir wirklich liegt ! Manchmal ist es auch eine Mischung aus psychischer und physischer Dominanz.
Und desweiteren gibt es auch andere Hilfsmittel außer Nadeln. Vieles ist auch im alltäglichen Hausgebrauch zu finden und man muß nur seine Fantasie einmal wirken lassen.
Schöne Grüße
Natürlich kann einen auch Dominanz allein kicken, aber wirklich fliegen, also dieses orgasmusähnliche Gefühl haben, kann man denke ich nur durch Schmerzen, wenn man sie denn genießen kann.
Ich habe bereits herausgefunden, was mir liegt, sonst wäre ich nicht geflogen. Das war nämlich eigentlich nicht das erste Mal, auch wenn’s so rüberkommt.
Dass BDSM viele Seiten hat, ist mir klar, sonst würde ich diesen Blog nicht schreiben können.
Und ich weiß ebenfalls, dass es auch andere Hilfsmittel gibt, nur scheinen Nadeln gerade “in Mode” zu sein und mir wurde ständig davon erzählt.
Ich halte wenig davon, Alltag ins Spiel einfließen zu lassen, ebenso Alltagsgeräte.
Hmmm also das man nur fliegen kann durch schmerzen würde ich hier einfach mal nicht zustimmen. Ich weis nicht ob ich schonmal richtig geflogen bin aber ich hatte auf jedenfall ansätze davon.
Die kahmen aber in keinsterweise durch schmerzen. Vielmehr hatte ich das gefühl das wirklich echte gefühl ein Sub zu sein und jemanden zu gehören. Auch wenn es nur in meiner Phantasie war, war es dennoch sehr sehr stark und ich hatte mich in dem Gedanken total verloren.
Ich mag BDSM etwas anders handhaben als die meisten dennoch glaube ich bin ich nicht der einziege der das Sub sein liebt und trotzdem nicth Masochistisch ist
und vorallem zu einem punkt der totalen glücksehligkeit (fligen) gebracht werden kann ohne dabei schmerzen erleiden zu müssen.
Ich würd behaupten es liegt ganz stark dran was einem überhaupt am BDSM intressiert. Bei dir sind es wohl die schmerzen bei mir wohl eher das gefühl der totalen unterwerfung durch liebe, strenge und konsequente Dominanz die ein Trotzdem gern hat und wenn man total eng verschnürrt ist auch noch knuddelt.
Aber hast du ein orgasmusähnliches Gefühl gehabt? Das und nichts anderes bezeichne ich als Fliegen. Nicht nur schöne Gefühle und ein Überwältigtsein.
Hehe ja ich hatte ein sehr Orgasmusähnliches gefühl. Die Beschreibung passt auf jeden fall. Auch wenn es nicht so intensive war, glaube ich das ich sehr dicht dran war.
oh wow, das klingt sowas von toll….ich will auch… *seuftz*
Hachja.. ich bin auch viel zu lange nicht mehr wirklich.. das ist wunderschön geschrieben. Und ich wünschte, derjenige, der sowas bei mir auslösen kann, wäre jetzt gerade nicht viel zu weit weg.
Das Leid einer Fernbeziehung… Ich hoffe, dass ihr euch bald wiederseht. Ihr seid doch bestimmt auf dem CT?
Ja, zum Glück.. aber einmal im Monat ein Wochenende zusammen ist eben doch wenig Zeit. Aber was tut man nicht alles für die Liebe.
Moaah ich will auch >.<