Unterwerfung ist ein Geschenk
geboren aus Stärke,
genährt durch Vertrauen
erhalten durch Respekt und Achtung.
Sokrates
Ich habe lange keinen reinen BDSM-Artikel mehr geschrieben, dabei wollte ich ursprünglich eigentlich ganz gern die Balance halten zwischen “Vanilla” (ich kann den Begriff immer noch nicht leiden) und BDSM. Man verzeihe mir. Im folgenden Artikel benutze ich “sie” für die Sub und “er” für den Dom/Top/Herrn/whatever. Bei männlichen Subs dürfte das aber ähnlich laufen.
Und nun zum Thema: Unterwerfung bedeutet für mich die freiwillige Hingabe, das bedingungslose, selbstlose, freiwillige Dienen einer Person; Devotion. Sogenannte Kampfsubs halte ich nicht für devot (zumindest wenn sie immer Kampfsubs sind), weil sie sich unterwerfe lassen wollen und daraus ihre Erregung ziehen, nicht aus dem bloßen Gehorchen und Dienen.
Ich lese oft von Frauen, die emanzipiert, eigenständig und freiheitsliebend sind und es dennoch lieben, vor ihrem Freund zu knien, ihn “Herr” zu nennen, ihm zu gehorchen. Wie passt das zusammen?
Wem sich eine Frau unterwirft, dem vertraut sie absolut. Wirkliche Unterwerfung bekommt nur der, der sie verdient. Ich glaube, dass es ohne Liebe keine absolute, bedingungslose Unterwerfung gibt (und auch mit Liebe ist es nicht leicht). Er muss sich nicht nur bevor sie sich endgültig unterwirft als würdig beweisen, sondern er muss die ganze Zeit, die diese Beziehung andauert, zeigen, dass er sie achtet, dass er sie beschützt.
Es erfordert viel Mut, sich zu unterwerfen. In solchen Momenten ist man so verletzlich wie nie. Auch aus diesem Grund ist wahre Unterwerfung für mich unbedingt mit Liebe verbunden, denn in den devotesten Momenten offenbart man die Abgründe seiner Seele und ich könnte das nie bei jemandem tun, den ich nicht liebe. Natürlich kann ein gelungenes D/s-Spiel auch unter Spielpartnern stattfinden, also außerhalb einer Liebesbeziehung, aber meiner Meinung nach ist das eben mehr ein Spiel als wirklich, wahrhaftige Unterwerfung™. Jetzt, wo ich das ™ hinzugefügt habe, merke ich, wie lächerlich das eigentlich klingt. Wieder dieser Alleinvertretungsanspruch, ne? Das liebe ich ja…
Unterwerfung erfordert Halt, aber dennoch auch Stärke. Das bedeutet, dass sich innere Stärke und Unterwerfung nicht widersprechen, sondern bedingen (was im Umkehrschluss natürlich nicht bedeutet, dass innerlich starke Frauen alle devot im Bett sind und ebenso sind nicht alle innerlich schwachen Menschen sexuell gesehen dominant).
Zuerst unterwirft sich die Sub, nachdem er gezeigt hat, dass er dessen würdig ist. Dann unterwirft er sie. Genau das drückt am besten die “consensual”-Regel des BDSM aus. Beide wollen die Unterwerfung. Beide geben etwas, damit sie entstehen kann. Julie hat einmal darüber ein wunderschönes Gedicht geschrieben, das meine Gedanken zusammenfasst. Dort heißt es:
Deins, weil du mich erobert und gezähmt hast -
In mir den Wunsch geweckt hast, dir zu dienen.



![IMG_0387[1] IMG_0387[1]](http://www.sexintheair.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_03871-70x70.jpg)








Letzte Kommentare