Gerade beim Thema BDSM ist es das Thema Sicherheit sehr wichtig. Das beginnt beim ersten Treffen (wenn man sich nicht schon kennt), läuft über die Regeln des BDSM und kommt schließlich beim Abstecken und Erweitern der Tabus an.
SSC – Safe, sane, consensual
Die SSC-Regel sollte jedem BDSMler bekannt sein. Sie beschreibt, wie das Spiel sein soll, damit niemand Schaden davonträgt: Und zwar sicher (safe), gesund (sane) und in beiderseitigem Einverständnis (consensual).
Ein Spiel soll keine ungewollten psychischen oder physischen Langzeitverletzungen verursachen. Wer zum Beispiel mit Nadeln spielt, sollte wissen, was die Risiken sind, wo nicht hingestochen werden darf, wie gestochen wird etc. Natürlich müssen beide Partner die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, aber dennoch muss vor allem der Top bei allen neuen Spielarten besonders vorsichtig vorgehen und generell wenn möglich immer einen Überblick über die Situation bewahren. Bei Fesselspielen muss auf jeden Fall auf die Farbe der Hände geachtet werden; so weit ich weiß findet niemand blaue, taube und eingeschlafene Hände erotisch. Beim Fesseln muss auf jeden Fall auf das geeignete Fesselmaterial geachtet werden (die Knoten in Seidenschals lassen sich sehr schwer wieder öffnen, wenn jemand daran gezogen hat). Bei Seilen muss eine Schere griffbereit liegen, so Leid es einem auch tut. Der Risiken sollte man sich auch hier bewusst sein.
BDSM unterscheidet sich insofern von Gewalt, dass beide Partner es wollen. Selbst beim sogenannten Consensual-Nonconsent (Spielen, das einvernehmlich dennoch gegen den Willen des passiven Parts geht) will Sub, was geschieht. Ein wichtiger Aspekt ist hier das Vertrauen, ohne das meiner Meinung nach kein Spiel zustande kommen kann: Sub muss darauf vertrauen können, dass Top ihm/ihr niemals wirklich Schaden zufügen will.
Safeword
Ein Safeword ist ein Wort, das die Session sofort abbricht. Ich denke, dass ein Safeword vor allem am Anfang und beim Consensual-Nonconsent von Nöten ist, da seine Aussprache bedeutet, dass Sub oder auch Top einen Absturz befürchtet. Beim “normalen” Spielen sollte ein “Nein” genügen, es sei denn, Sub neigt dazu, ständig “Nein” zu rufen, wenn eigentlich “Ja, weiter!” gemeint ist.
“Nein” ist dementsprechend kein Safeword, ebensowenig wie “Aua” oder “Stopp”. Die gängigsten Safewords sind “Mayday” und “Safeword”, aber jeder kann sich selbst eines ausdenken. Wichtig ist natürlich, dass beide Partner davon wissen.
Ich habe mein Safeword (“Mayday”) bisher ein einziges Mal gebraucht. In dieser Situation hatte ich wirklich Angst vor dem, was mein Partner mit mir anstellen würde und dann ging auch noch das Licht aus. Ich bekam große Panik, als er auf mich zukam und wäre beinahe durchgedreht. Das alles entspannte mein “Mayday”; er machte das Licht wieder an, setzte sich zu mir auf den Boden und wartete, bis er mich wieder anfassen, umarmen und festhalten durfte. Leider ist das nicht immer so gut gelaufen. Bei meiner ersten Session hatte ich zu große Erwartungen an mich, die mich daran hinderten, es zu unterbrechen, als ich nicht mehr konnte. Besser wäre es gewesen, etwas in der Hand zu haben, das ich hätte fallen lassen können, als ich nicht in der Lage war zu reden.
Tabus
Der eine hat eine Nadelphobie, der andere mag keine analen Spielchen, wieder andere stehen überhaupt nicht auf Demütigungen… Jeder hat seine persönlichen Tabus, über die man sich vorher absprechen muss. Tabus sind erweiter- und auflösbar, aber nur von der Person, die sie hat. Sie müssen vom Partner auf jeden Fall eingehalten werden.
Ich finde Spiele mit Fäkalien absolut widerlich, ohne hier den KV-Fetischisten auf die Füße treten zu wollen. Für mich ist das etwas, das gar nicht geht und glücklicherweise hat mein Partner das selbe Tabu. Anders ist es mit Analem: Früher dachte ich, daran niemals Spaß zu haben, aber er hätte es gerne mit mir ausprobiert. Irgendwann kauften wir uns dann ein Gerät für einen Einlauf, das mich meine Befürchtungen, “das alles” sei dreckig, beiseite legen ließ. Und nun habe ich festgestellt, dass Analsex gar nicht so furchtbar ist.
Covern
Wer seinen Partner nicht im Reallife kennen lernt, muss auf jeden Fall Sicherheit haben, wenn er ihn das erste Mal treffen will; er sollte gecovert werden. Das bedeutet, dass mindestens eine andere Person von dem Treffen weiß und beispielsweise auf einen Anruf zu einer bestimmten Uhrzeit wartet. Am besten sollten auch noch Codewörter vereinbart werden.
Ich bin einmal zu einem Top nach Fulda gefahren und wurde gecovert. Um Neun Uhr, meiner Pillenzeit, musste ich anrufen und mich mit “Hey” melden, wenn alles in Ordnung war. Wäre es das nicht gewesen, hätte ich “Moin” oder “nAbend” gesagt, was bedeutet hätte, dass mein Partner sofort die Polizei verständigt hätte. Außerdem musste ich die Angaben auf dem Personalausweis des Tops vorlesen.
Ich hoffe, dass bei meiner kurzen Einführung klar geworden ist, dass verantwortungsvoll gespielt werden muss. Mehr zu sadomasochistischer Sicherheit gibt es bei Datenschlag.














Letzte Kommentare