Lexikon

Ein paar Begriffe werden in der BDSM-Rubrik meiner Seite immer wieder auftauchen. Um sie nicht jedes Mal erklären zu müssen, erstelle ich hier ein kleines Lexikon. Es wird immer erweitert, wenn jemand eine Frage zu einem bestimmten Aspekt hat.

Generelle Begriffe

BDSM ist größtenteils unter dem Begriff SM oder Sadomasochismus bekannt, was aber nur die halbe Wahrheit ist. Die Abkürzung steht für die drei Bereiche: B/D steht für Bondage/Discipline, also Bondage und – frei übersetzt – Erziehung. D/S steht für Dominance/Submission, also Dominanz und Unterwerfung. Und zuletzt erst kommt der bekannte Sadomasochismus, dem Spiel mit der Lust am Schmerz und an der Schmerzzufügung.

Der Top ist die aktive Person in einem Spiel, also diejenige, die oben spielt und handelt. Er kann auch als Master, Herr oder Dom bezeichnet werden (der genaue Titel kann von jedem selbst bestimmmt werden) und selbstverständlich sowohl weiblich als auch männlich sein. Ein Top kann entweder dominant oder sadistisch oder auch beides sein.

Der Sub ist das Gegenstück. Er spielt unten und wird zwar als passiv bezeichnet, lässt aber trotzdem nicht alles mit sich machen. Er ist derjenige, der erduldet – mehr oder weniger. Ein anderes Wort für Sub ist Bottom oder bei manchen Spielarten auch Sklave. Auch beim Sub ist das Geschlecht nicht festgelegt; es spielt jeder so, wie es ihm gefällt. Ein Sub ist entweder devot oder masochistisch oder auch beides.

Ein Switch ist eine Person, der beide Rollen Spaß machen. Viele vor allem weibliche Switchs beginnen als Sub und lernen irgendwann ihre aktive Seite kennen. Mir war schon relativ früh klar, dass ich eine dominant-sadistische Seite habe, aber ich habe zuerst meinen Masochismus und meine Devotion ausgelebt.

Als Vanilla werden diejenigen bezeichnet, die keine BDSMler sind. Ich persönlich finde den Begriff einfach nur furchtbar, weil er danach klingt, als verpassten die Nicht-BDSMler etwas. Dieser Meinung bin ich nicht. Manchen Menschen machen die extremeren Spiele Spaß, anderen nicht. Aber man kann nicht behaupten, dass die einen ein erfüllteres Sexleben haben als die anderen.

SSC, Safeword und Tabus…

… werden an anderer Stelle genauer erklärt.

BDSM-Lexikon von A-Z

24/7 bedeutet, dass die Rollen des Top und des Sub festgelegt sind und 24 Stunden am Tag sieben Stunden die Woche ausgeübt werden können. Ein Machtgefälle ist ständig vorhanden, was aber nicht heißt, dass die Personen ständig erregt sind oder sich unablässig devot oder dominant fühlen. Meistens haben es 24/7ler so eingerichtet, dass Top jederzeit das Spiel beginnen kann.

Consensual-Nonconsent ist eine Spielart, die etwas bedenklich ist. Hierbei willigt Sub ein, dass auch Dinge mit ihm/ihr geschehen können, die sie unter normalen Umständen nicht wollen würde – und zieht Erregung und Befriedigung daraus, dass gegen seinen/ihren Willen gehandelt wird. Ein mögliches Con-Noncon-Spiel ist zum Beispiel ein Vergewaltigungsspiel (Rapeplay).

Als Fetisch werden leblose Dinge bezeichnet, die eine Person sexuell anziehen. So wirklich fest sehe ich den Begriff allerdings nicht; ich liebe den Geruch von Leder und trage mein Lederkorsett unglaublich gerne, aber ich bin nicht sicher, ob ich davon wirklich erregt werde. Bei Fetlife steht in der Fetischliste einfach das, was diejenige Person gerne in ein Spiel einbindet oder wofür sie sich sehr interessiert. Ein Fetisch ist meiner Meinung nach nichts Krankes oder Perverses, sondern einfach nur ein Bereich der eigenen Sexualität, genauso wie BDSM nur eine andere Art von Sex ist.

FL, beziehungsweise Fetlife ist eine Art Facebook für Perverse. Es ist eine kanadische Seite, auf der BDSMler sich austauschen, “Fetische” eintragen und sich verabreden können.

Gor ist angelehnt an die Gegenwelt-Romane John Normans. Die Goreaner sind sehr darauf bedacht, sich vom BDSM abzugrenzen. Bei dieser Spielart wird sehr viel Gewicht auf die D/S-Komponente gelegt; es gibt bestimmte Rituale und Haltungen und die soziale Ordnung ist fest vorgegeben: Frauen werden als Sklavinnen geboren oder sind sogenannte “Freie Frauen”, denen aber etwas fehlt. Das Faszinierende an der ganzen Sache ist für mich dieses starke Machtgefälle, das die ganze Zeit spürbar ist: Zum Beispiel darf eine Sklavin (Kajira) erst essen, wenn ihr Herr gegessen hat und es ihr erlaubt, wodurch sie sehr von ihm abhängig ist.

Meine erste Berührung mit Gor wird auf dieser Seite beschrieben.

Perverse nennen sich die BDSMler je nach Humor zynisch oder einfach scherzhaft untereinander. BDSM wird ja sehr häufig als “das Perverse mit Lack und Leder und Peitschen” verschrieen und häufig kommt bei solchen Diffamierungen ein gewisser Zynismus in der jeweiligen Gruppe auf.

Rapeplay ist wie der Name schon sagt eine gespielte Vergewaltigung. Dabei soll niemand zu Schaden kommen. Die Faszination des Rapeplay kann sein, dass Sub auf der obersten Ebene wirklich Angst hat, vielleicht auch Schmerzen verspürt, auf der zweiten Ebene jedoch genau diese Behandlung gerade möchte und genießt. Einige, die Rapeplay betrieben haben, fühlen sich wirklichen Vergewaltigungsopfern gegenüber schuldig und glauben, sich respektlos zu verhalten, wenn sie das Spiel genießen. Aber Vergewaltigungsspiele sind niemals mit wirklichen Vergewaltigungen vergleichbar und nur vom Namen her ähnlich, weswegen sich niemand für seine Neigung zu schämen braucht.

Der Ring der O ist ein Erkennungszeichen von BDSMlern.

Es ist ein “Ring mit einem kleinen Ring dran”. Der Name rührt von einem Buch namens Die Geschichte der O, bzw. in Originalsprache Histoire d’O her. In diesem Buch bekommt O eben diesen Ring – bzw. haben die Filmmacher aus einem Ring mit Triskele diese Variante gemacht.

Als Erkennungszeichen wird er folgendermaßen verwendet: Subs tragen ihn an der rechten Hand, Tops an der linken. Eine Eselsbrücke ist, dass die meisten Tops Rechtshänder sind und nicht mit einer Hand schlagen wollen, an der sich ein Ring befindet.

Die SMJG ist ein Forum für Jugendliche unter 27 Jahren, die sich für BDSM interessieren. Ich mag die Seite sehr gern, weil viele der Leute dort sehr freundlich helfen und vor allem junge BDSMler Ansprechpartner finden. Schön ist auch, dass man sich auf dieser Seite informieren kann, ohne gleich mit Klischees konfrontiert zu werden, die meist eher abschrecken als anziehen.