Sticks and stones may break my bones, but chains and whips excite me…
Das Spiel von Schmerz und Lust, Dominanz und Unterwerfung, Demütigung und Zuneigung übt auf viele eine große Faszination aus. Dennoch ist das Thema BDSM in der Gesellschaft noch sehr verpönt.
Ich bin ein Mensch, der manchmal sehr zwischen den Extremen schwankt. Aber ich denke, dass nur wer Hunger und Durst kennt, um den Wert von Nahrung und Wasser weiß. Nur wer sowohl Eiseskälte als auch Hitze kennt, vermag Temperaturen einzuschätzen. Nur wer Einsamkeit und Verlust kennt, kann sich an Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit erfreuen. Und nur wer Schmerz kennt, lernt Zärtlichkeit lieben.
Das ist eine gewagte Aussage, gerade im Hinblick darauf, dass ich nicht der Meinung bin, dass diejenigen, die überhaupt nichts mit BDSM anfangen können, etwas verpassen. Meiner Meinung nach kennt jeder Mensch Schmerz in vielen Formen, aber der, den man will, ist völlig anders. Was mich am BDSM fasziniert, ist das Wechselspiel aus Schmerz und Erregung. Bei mir hat ein Schlag drei Phasen: Das unmittelbare, wirklich schmerzvolle Auftreffen, das leise Abklingen mit einem Kribbeln, das meinen Körper hinunterläuft und der Moment, bevor der nächste Schlag gleichzeitig ersehnt und gefürchtet wird. Und irgendwann besteht dann die dritte Phase darin, dass ich erschöpft in die Arme meines Partners falle und gehalten und gestreichelt werde. Ich glaube, dass BDSMler Zärtlichkeit als so intensiv verspüren können, wie es “Vanillas” vielleicht nie werden.
Auch als Top gibt es diese drei Phasen eines Schlags. Zunächst die Erwartung: Treffe ich richtig? Wird es zu hart oder zu sanft sein? Hundertprozentig kann man einen Schlag niemals einschätzen; die Empfindung variiert mit der Person, der Beziehung zwischen beiden und dem Kontext. Die zweite Phase ist das Auftreffen, die Reaktion des Subs. Und die dritte ist die eigene Befriedigung; ich weiß, dass ich jemandem Schmerzen zufüge, aber ich weiß auch, dass die Person es will.
Ebenso ist es im D/S-Bereich: Nach einer harten Session mit Demütigungen, Erniedrigungen und Beschimpfungen ist es wunderbar zu spüren, dass man wertgeschätzt und gemocht wird.
Meiner Meinung nach ist BDSM nichts perverses oder krankhaftes, sondern einfach nur eine sehr intensive Art von Sex, die mir zeigt, zu was für Gefühlen ich fähig bin. Wie auf der Startseite angekündigt, möchte ich euch das Thema näher bringen und hoffe, einige Vorurteile ausräumen zu können.



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